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Bewerbung

Hier geht es zusammengefasst um alles was mit Ausbildung und Beruf zu tun hat.

Re: Bewerbung

Beitragvon Jan » 15. Juli 2009 20:31

paulest hat geschrieben:Dann ruf ich wens irgendwannmal soweit kommen sollte bei einer gewissen Kanzlei an die so weit entfernt von mir gar nicht liegt, soll der mich dann rausboxen


Weil Du das ja so locker siehst, hier einmal einen Überblick der Kosten bei dem Durchschnittsdeutschen:

Gehalt 3 Monate: 10.160,50 Euro
Gebühren eigener RA 1. Instanz: 2.058,11 Euro
Gebühren RA bei Einigung: 2.683,05 Euro
Gebühren Gericht 1. Instanz: 675,00 Euro
sofern verloren gegnerischer RA: 2.058,11 Euro

Bei Rechtsmitteln neue höhere Gebühren. Das nenne ich mal teures austesten. Wenn Du ein höheres Einkommen hast zahlst Du natürlich entsprechend mehr.
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Re: Bewerbung

Beitragvon paule » 15. Juli 2009 21:02

Weisst Du Jan soll ich mal die Rechnung aufmachen wieviel es mich kostet wenn ich sehr lange Arbeitslos bin, Jan du bist Realitätsfern. Im Moment arbeite ich zweimal die Woche bei einer Einrichtung die Sehbehinderte ausbildet und ich versuche Stellen zu finden, weisst du wie schwer es ist für jemanden bei dem die Behinderung deutlich sichtbar ist eine Stelle zu finden? Jan ich kann dich ja verstehen, so viel "normale" Arbeitsplätze hattest du noch nicht, aber ich habe keine Lust länger als ALG 1 reicht arbeitslos zu sein. D.h. ich werde auch weiter so weitermachen. Des Weiteren stehen in diesem Buch auch Beispiele das es auch nachdem der Arbeitgeber es rausgefunden hatte nicht zu folgen kam, denn ehrlich gesagt, der Arbeitgeber wäre dumm wenn er eine Fachkraft verlieren will. Und nochwas: Ich glaube nicht das dieser Arbeitgeber von dem du sprichst volle Gehälter als Schadensersatz bekommen würde, da kenne ich inzwischen zu viele Urteile dazu wie es mit dem Schadensersatz geht, ich bin gewerkschaftlich aktiv, du erinnerst dich?

Also ist deine Ansicht so das jemand der normaler Facharbeiter oder vielleicht noch weniger ist lieber keinen Job antreten soll als die Schwerbehinderung verschweigen? Warum schickst du nicht gleich alle Diabetiker in Werkstätten für Behinderte? Auf der einen Seite die Heilung nicht wirklich vorantreiben wollen und auf der anderen Sachen verbreiten die dazu führen das manche Leute niemals im ersten Arbeitsmarkt ankommen, herzlichen Glückwunsch!
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Re: Bewerbung

Beitragvon Jan » 15. Juli 2009 21:49

Nur so viel: Ich habe nicht gesagt, dass man Gehälter als Schadenersatz einklagt. Es geht um eine Neueinstellung. Ich frage mich nur warum man Jura studieren muss, wenn Du es doch so weißt, Laien wissen kann ziemlich schaden, das merkt man schnell wenn man mal in einem Rechtsanwaltsbüro gearbeitet hat. Mir gefällt es aber ehrlich gesagt nicht, dass Du so von oben herab zu mir sprichst.

Aber gut das wird hier zu sehr Off Topic. Also zurück zum Thema.
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Re: Bewerbung

Beitragvon Dipl jur Meier » 16. Juli 2009 14:14

Was für eine intensive Diskussion!

Leider habe ich es nicht geschafft mir das ganze Thema zu "erlesen", daher würde ich bitten - sofern eine Einschätzung eines Juristen überhaupt noch gefragt ist - mir doch mal in 1-2 Sätzen zu erklären wer welcher Meinung bei welchem Thema ist.

Das wäre sehr hilfreich.
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Re: Bewerbung

Beitragvon Jan » 16. Juli 2009 14:35

paulest ist der Meinung, dass auf eine Angabe einer Schwerbehinderung bei einer Bewerbung getrost verzichtet werden kann und man auch keinerlei Konsequenzen zu befürchten hat. Seiner Auffassung nach mangelt es an einem Informationsinteresse des Arbeitgebers und spätestens nach der Einführung des AGG ist dies nicht mehr zulässig zu fragen.

Ferner bezieht er sich auf ein Buch von einem RA, das wie ich finde aber sehr einseitig zu einem nicht angeben rät. Zumindest die Auszüge die hier oben eingeführt wurden. Die Begründungen sind vielfach auch nicht stichhaltig. Beispielsweise suggeriert eine Berufung auf § 123 I BGB nicht, dass man den Arbeitnehmer nicht eingestellt hätte, sondern abstrakt auf einer Täuschungshandlung und dem damit einhergehenden Vertrauensverlust.

Ich bin der Meinung, dass es zwar streitig ist, aber ich gehe eher von einer Angabepflicht aus (das ist im Übrigen auch die Meinung meiner Arbeitsrechtsdozenten; dieses Semester hab ich den Kurs an zwei Universitäten besucht). Zum einen ist dies ständige Rechtsprechung des BAG (BAG, NZA 2001, 315; leider konnte ich das Urteil nicht vollständig lesen, wegen Verpflichtungen an der Uni, Camp-DT etc.), zum anderen hat der Arbeitgeber ein Interesse dies zu Wissen, zum einen ist hier der Kostenfaktor zu nennen. Es muss ein längerer Urlaub gewährt werden, unter Umständen ist schichtarbeit so nicht möglich, für die Zeit muss evtl. Ersatz beschafft werden. Darüber hinaus kann man auf die Gewährung der Vorteile nicht verzichten, es nicht angeben zu müssen käme einem vertraglichen Verzicht aber gleich. Denn der Arbeitgeber kann nichts gewähren von dem er nichts weiß. Wenn das später bekannt wird ist überdies das Vertrauensverhältnis, möglicherweise bleibend, gestört. Dies ist jedoch eine unbedingte Voraussetzung eines Arbeitsverhältnisses.
Ferner ist ja durch das AGG auch nicht jede Frage bezüglich einer Schwerbehinderung unzulässig, es muss sich erst einmal um eine Benachteiligung handeln und dann darf diese nicht gerechtfertigt werden. Darüber hinaus hat derjenige, der aufgrund der Schwerbehinderung nicht eingestellt wird, die Möglichkeit auf Einstellung zu klagen, zugegebenermaßen z.T. schwierig in der Beweisführung aber durchaus machbar.
Ferner ist dies hier ja keine Doktorarbeit, daher finde ich es nicht sinnvoll einen Meinungsstreit in der Literatur groß zu thematisieren, wenn die obergerichtliche Rechtsprechung eine feste Linie fährt. Darüber hinaus muss man zur Abwägung des Einzelnen auf die möglichen Probleme (Kündigung und Anfechtung) hinweisen, diese können mit erheblichen Schadenersatzansprüchen einhergehen. Darüber hinaus kommen schnell alleine in der ersten Instanz mehrere tausend Euro alleine an Verteidigungskosten zusammen, Gerichtskosten dazu, so ein Prozess dauert darüber hinaus lange. Der EuGH genehmigt sich für Vorlagefragen gut und gerne mal zwei Jahre. Nach der Einführung des AGG 2006 gab es noch keine Entscheidung hierzu vom BAG, allerdings ist das letzte (mir bekannte) Urteil vom BAG von 2001, die Richtlinie der das AGG zugrunde liegt ist aus 2000. Ich setze einfach mal voraus, dass die Richter diese schon, mindestens im Wege des Treu und Glaubens, respektive der Sittenwidrigkeit berücksichtigt haben.

Alles in allem komme ich zu dem Schluss, dass man den Schwerbehindertenausweis angeben muss, oder dies zumindest tun sollte um sich keine Schlachten vor Gericht liefern zu müssen. Ich muss auch sagen, dass es nie problematisch war. Selbst ein großer Paketdienstleister hat mich trotz dessen auf dem Lager in den Sommerferien beschäftigt...
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Re: Bewerbung

Beitragvon Dipl jur Meier » 16. Juli 2009 15:16

Puh, das sind aber viel "1-2" Sätze ;-)

Also, folgendes kann ich dazu sagen.
Herr Ebert ist - und das muß man neidlos anerkennen - der wohl führende und engagierteste "Diabetes-Rechtsanwalt" in Deutschland. Und trotz dieses Engagement in einem so schweren Markt wird er dadurch nicht wohlhabend geworden sein. Ferner denke ich, dass er eine immense Erfahrung hat und sich seine Aussagen in seinen Büchern gut überlegt hat.

Nichts desto trotz muß man nicht alles gesagte oder geschriebene als gegeben hinnehmen.

Ich persönlich rate stets dazu, die Behinderung anzugeben.
Die Gründe sind nahe denen von Jan: Ein Schwerbehinderten-Status ist keine Jacke, die man anziehen und ablegen kann. Die damit einhergehenden "Vorteile" hat man per se - oder juristisch: von Amts wegen - inne. Auf diese kann auch nicht verzichtet werden. Genauso wie man sich nicht seinem Grundrecht auf freie Meinungsäußerung entledigen kann, geht das bei Schwerbehinderten und deren "Vorteile" auch nicht.
Daran ändert übrigens das AGG rein gar nichts.
Dieses kommt regelmäßig zur Anwendung, wenn offensichtlich ein Schwerbehinderter nicht gleich behandelt wurde. Einen solchen Fall gibt es nur äußerst selten. Denn meistens berufen sich die potentiellen zukünftigen Arbeitgeber einfach auf etwas anderes, wie z.B. mangelnde fachliche Qualifikation, mangelnde Reisebereitschaft, fehlendes Engagement, etc.
Daher ist auch das AGG, bzw. eine Entscheidung über einen Fall des AGG selten. Eine Vorlage zum EuGH bedarf es insoweit also auch nicht.

Ja, eine § 123er Anfechtung mag möglich sein. Dann käme es auf eine Täuschung an, also die Erregung eines Irrtums bei dem Arbeitgeber. Schuldhaft natürlich.
Ergebnis wäre die Nichtigkeit des Vertrages.
So weit, so gut.
Aber die Durchsetzung eines Schadensersatzanspruches sehe ich dann doch eher als schwierig an.
Welcher Schaden ist denn dem Arbeitgeber entstanden?
Zum Glück haben wir in Deutschland die Naturalrestitution als Grundlage der Schadensersatzberechnung.
Wenn der Schwerbehinderte nicht gerade aufgrund seiner Schwerbehinderung Fehler begangen hat, oder eine echter Schaden entstanden ist, er aber auch von seinen Sonderrechten keinen Gebrauch gemacht hat, dann ist dem Arbeitgeber kein Schaden entstanden.
Ein Schadensersatzanspruch würde sodann scheitern.

Als Tipp kann ich denjenigen, die nun Angst um ihren Job bekommen, weil sie ihre 50%-Behinderung (und mehr) nicht angegeben haben (andererseits aber ihre Rechte als Schwerbehinderte auch nicht wahrgenommen haben), nur raten, einen Antrag auf Neuverbescheidung ihres Behindertenstatus zu stellen und in diesem Antrag deutlich machen, dass es ihnen blendend geht.
Dies sollte sodann zu einem Grad der Behinderung von unter 50 führen, sodass der neue Grad nicht mehr angegeben werden müsste.

Diese Problematiken sind ein wunderbares Beispiel wie Nicht-Betroffene Regelungen aufstellen, die helfen sollen, aber welche de facto dem Schwerbehinderten den Zugang zum Beruf erschweren.

Ich hoffe geholfen zu haben
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Re: Bewerbung

Beitragvon Jan » 16. Juli 2009 18:03

Dipl jur Meier hat geschrieben:Aber die Durchsetzung eines Schadensersatzanspruches sehe ich dann doch eher als schwierig an.
Welcher Schaden ist denn dem Arbeitgeber entstanden?


Ich sehe die Kosten für die erneute Suche nach Bewerbern, das Abhalten von Bewerbungsgesprächen, möglicherweise Ersatz der Reisekosten, etc als Schaden an.

Dipl jur Meier hat geschrieben:Als Tipp kann ich denjenigen, die nun Angst um ihren Job bekommen, weil sie ihre 50%-Behinderung (und mehr) nicht angegeben haben (andererseits aber ihre Rechte als Schwerbehinderte auch nicht wahrgenommen haben), nur raten, einen Antrag auf Neuverbescheidung ihres Behindertenstatus zu stellen und in diesem Antrag deutlich machen, dass es ihnen blendend geht.
Dies sollte sodann zu einem Grad der Behinderung von unter 50 führen, sodass der neue Grad nicht mehr angegeben werden müsste.


Prinzipiell kann man ja auch die Aufhebung des Schwerbehindertenstatus beantragen, hilfsweise eine Herunterstufung. Wenn man Glück hat, dann wird dieser Status (auch wenn es eigentlich nicht zulässig ist) aufgehoben. Hab ich schon von mehreren gehört, allerdings nicht überprüft was genau festgestellt wurde.
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Re: Bewerbung

Beitragvon paule » 16. Juli 2009 22:18

Naja dann wollen wirs mal dabei lassen, in der REALEN Welt werden wohl die meisten ihre Schwerbehinderung in der Bewerbung NICHT angeben und sofern sie im Bewerbungsgespräch nicht gefragt werden dies auch nicht sagen (übrigens nach Auskunft eines ver.di-Rechtsanwaltes völlig korrekt). Ich behalte meine Meinung und du deine, aber wenn man in der Welt der diplomierten ist ist das wohl so. Dies ist mein letzter Beitrag hier in diesem Thread.
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Re: Bewerbung

Beitragvon Dipl jur Meier » 19. Juli 2009 10:52

paulest hat geschrieben:Naja dann wollen wirs mal dabei lassen, in der REALEN Welt werden wohl die meisten ihre Schwerbehinderung in der Bewerbung NICHT angeben und sofern sie im Bewerbungsgespräch nicht gefragt werden dies auch nicht sagen (übrigens nach Auskunft eines ver.di-Rechtsanwaltes völlig korrekt). Ich behalte meine Meinung und du deine, aber wenn man in der Welt der diplomierten ist ist das wohl so. Dies ist mein letzter Beitrag hier in diesem Thread.


Ich kann zwar den Unmut nicht verstehen und bin ein Freund von vielen Meinungen, jedoch muß noch einiges klargestellt werden:

1. Ging es hier nicht um eine Diplomierung. Und auch diese ist nicht Ausgangspunkt meiner Tipps hier im Forum. Vielmehr stammen diese aus einem langen Studium der einschlägigen Urteile, der Rechtsvorschriften und der Vertretung behinderter Menschen bei vielfältigsten juristischen Fragestellungen.

2. Kann es durchaus sein, dass ein verdi-Anwalt eine andere Meinung hat. Dies ist auch ganz normal in unserem Rechtssystem. Seit der Abschaffung des Preußischen Allgemeinen Landrechts haben wir keine Einzelfallgesetzgebung mehr. Die nunmehr vorhandene pauschalisierte Gesetzgebung führt dazu, dass es auslegungsbedürftige und auslegungsfähige Rechtsbegriffe gibt. Dies führt dazu, dass viele Juristen viele Meinungen vertreten.
Und eben das macht unser Rechtssystem aus.

3. Auf eine juristische Frage wird es in 95 % der Fälle keine eindeutige Antwort geben. Zumindest nicht hier. Denn Recht spricht immer noch ein Richter (oder mehrere, je nach Aufteilung der Kammer).

Ich hoffe nicht, dass sich hier jemand persönlich angegriffen fühlt oder durch eine "Diplomierung" abgeschreckt wird.
Ich denke, dieses Forum lebt vom Austausch und den Erfahrungen und nicht von Mißmut, Angst, Neid und Verachtung.

In diesem Sinne.
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Re: Bewerbung

Beitragvon spacebelle » 28. Juli 2009 21:52

Hallo zusammen,

Also ich hab damals in meinen Bewerbungsschreiben auch nicht angegeben, dass ich Diabetes hab. Hab aber auch keinen Schwerbehindertenausweiss. Ich wurde auch nie nach Krankheiten oder Einschränkungen gefragt außer bei einer Firma. Hab dann was von dem Diabetes gesagt und was darüber gesagt, dass es keine Einschränkung ist. Passte vielleicht auch nicht ganz dahin, aber da hab ich der Frau schon im Gesicht angesehen, dass ich nicht bei ihr in Frage kam.

Da wo ich jetzt arbeite, als Industriekauffrau, hab ich es im Vorstellungsgespräch auch nicht gesagt, es passte sich nachher bei einem Telefonat. Die Frau meinte nur, dass es dort noche in paar gibt und dass es ja keine Einschränkung wäre. Fand ich schon mal ganz gut. Ich hab das auch nicht versteckt, meine Pumpe hab ich ja immer an der Hose. Haben halt mit der Zeit immer mehr mitbekommen und gefragt was ich da an der Hose habe.
Dann hat mich nach Zeit meine Chefin angesprochen auf das Thema. Die wollte aber nur von mir Sachen über Diabetes wissen. Hat nämlich selber so was und mit der Zeit hab ich noch mitbekommen, dass einige von den wichtigen Leuten dort Probleme mit dem Zucker haben. Fand ich schon sehr interessant und hat mir schon so manche Gespräche beschert.

Liebe Grüße

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Re: Bewerbung

Beitragvon Tina » 2. August 2009 11:40

Ich wurde letztes Jahr in den Vorstellungsgesprächen auch nie nach Krankheiten gefragt somit hab ich auch nichts gesagt von meinem Diabetes.
Dort wo ich jetzt meine Ausbildung mache habe ich es aber nachher gesagt das ich Diabetes habe und bla bla...^^ . Das beste ist noch das mein Chef auch Diabetes hat also kennt der sich damit auch aus :D. Der hat mich dann auch mal darauf angesprochen.
Der erste Schritt bestimmt die Richtung.
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Re: Bewerbung

Beitragvon Crys » 11. August 2009 14:49

So weit ich weiß muss man nie erwähnen das man Diabetes hat!
Deshalb werde ich es nie, und grundsätzlich nie, in einer Bewerbung erwähnen!

Ich glaube man darf auch sogar lügen, wenn man bei einem Bewerbungsgespräch nach einer Behinderung gefragt wird oder direkt nach Diabetes!
Denn man hat das recht auf Gleichheit! Wenn das Diabetes sich nicht auf die Arbeit auswirkt brauch es niemand wissen (schon gar nicht der Boss)

Natürlich ist das anders bei gefährlichen Arbeiten (Zimmerer, Bus fahrer, Pilot, ...), für die man sich aber gleich gar nicht bewerben sollte :wink:
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Re: Bewerbung

Beitragvon Jan » 12. August 2009 09:16

Das hatten wir weiter oben schon geklärt, das kann man so nicht stehen lassen.

Zum einen muss man den Diabetes wohl sehr wohl angeben wenn danach gefragt wird und warum sollte ein Diabetiker nicht Busfahrer werden?
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Re: Bewerbung

Beitragvon Crys » 12. August 2009 11:30

Jan hat geschrieben:Das hatten wir weiter oben schon geklärt, das kann man so nicht stehen lassen.

Tut mir leid, hab die 4 Seiten nur überflogen :)
Kannst du bitte nen Link posten ...

Jan hat geschrieben:Zum einen muss man den Diabetes wohl sehr wohl angeben wenn danach gefragt wird und warum sollte ein Diabetiker nicht Busfahrer werden?

Ich war in einem Seminar, da wurde das erwähnt!
Man soll bzw. darf als Diabetiker keine Tätigkeiten ausführen, mit der man sich selber und Andere duch Hypos in Lebensgefahr bringen kann!
Deshalb sollte man kein Zimmerman werde, weil man vom Dach fliegen könnte und keine Waffe bedienen, weil man dabei wärend einer Hypo Andere gefährden kann!
Das selbe gibt auch für die Personen Beförderung! Man soll bzw. darf kein Busfahrer, Lokführer, Pilot, Taxifahrer werden, weil man dann theoretisch andere in Lebensgefahr bringen kann! Ausnahmen gibt es immer, aber das ist die Regel ...

/edit: Natürlich kann man durch eine Hypo immer irgendwem in Gefahr bringen, aber wenn man in nem Bus 50 Leute oder in nem Flugzeug 300 Leute hinter einem sitzen hat sind das ganz andere Dimensionen!
Zuletzt geändert von Crys am 12. August 2009 11:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bewerbung

Beitragvon Jan » 16. August 2009 10:14

Crys hat geschrieben: Jan hat geschrieben:Das hatten wir weiter oben schon geklärt, das kann man so nicht stehen lassen.


Tut mir leid, hab die 4 Seiten nur überflogen :)
Kannst du bitte nen Link posten ...


Ab hier relativ lang.

Das BAG hat mal entschieden, dass Schwerbehinderungen angegeben werden müssen. Das war allerdings vor dem allgemeinen Gleichstellungsgesetz, ich denke das ändert daran aber auch nichts.

Crys hat geschrieben:Deshalb sollte man kein Zimmerman werde, weil man vom Dach fliegen könnte und keine Waffe bedienen, weil man dabei wärend einer Hypo Andere gefährden kann!


Das halte ich für Quatsch, wenn jemand auf dem Dach arbeiten will und er sich der Gefahr bewusst ist, warum soll man es ihm verbieten? Warum soll jemand der gut eingestellt ist, nie bewusstlos geworden ist oder ähnliches keine Taxen fahren, Autos aber schon. Das ergibt keinen Sinn. Also ich merke Hypos immer und bin auch noch nie umgekippt, ich fahre seit einigen Jahren Auto und es gab keine Probleme. Also ich bin absolut der Meinung jeder sollte den Job ergreifen, den er haben möchte und sich da von anderen nicht reinreden lassen sondern darum kämpfen!
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Re: Bewerbung

Beitragvon paule » 16. August 2009 10:39

Naja so ganz stimmt das nicht, in meiner Heimatstadt wollte ich den Personenbeförderungsschein machen, und da war die Aussage da das Diabetiker gleich ausgeschlossen werden!
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Re: Bewerbung

Beitragvon Jan » 16. August 2009 11:18

paule hat geschrieben:Naja so ganz stimmt das nicht, in meiner Heimatstadt wollte ich den Personenbeförderungsschein machen, und da war die Aussage da das Diabetiker gleich ausgeschlossen werden!


Es gibt kein Gesetz, das es Diabetikern verbietet irgendwelche Führerscheine zu machen. Bei einigen, da gehört der Personenbeförderungsschein dazu, ist es relativ schwierig. Du musst nachweisen, dass Du Personen nicht mehr gefährdest als ein Nicht-Diabetiker auch. Wenn Du das für Dich mit ja beantworten kannst und die Verwaltung Dir den Schein nicht ausstellen will bleibt der Rechtsweg als Möglichkeit offen.
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Re: Bewerbung

Beitragvon paule » 16. August 2009 11:39

Wahrscheinlich hast du schon Recht Jan, aber manchmal glaube ich Recht haben und Recht bekommen ist nicht das Gleiche.
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Re: Bewerbung

Beitragvon Jan » 16. August 2009 19:01

paule hat geschrieben:Recht haben und Recht bekommen ist nicht das Gleiche.


Da muss ich vollkommen zustimmen.
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Re: Bewerbung

Beitragvon Dori » 16. August 2009 20:05

Jan hat geschrieben:
paule hat geschrieben:Recht haben und Recht bekommen ist nicht das Gleiche.


Da muss ich vollkommen zustimmen.

Das habe ich auch gerade gedacht... sonst gäb es ja auch nicht so viele Rechtsstreits.
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Re: Bewerbung

Beitragvon Jan » 17. August 2009 13:19

Dori hat geschrieben:
Jan hat geschrieben:
paule hat geschrieben:Recht haben und Recht bekommen ist nicht das Gleiche.


Da muss ich vollkommen zustimmen.

Das habe ich auch gerade gedacht... sonst gäb es ja auch nicht so viele Rechtsstreits.


Die sorgen nur dafür, dass auch ich meine Brötchen irgendwann verdienen kann.
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Re: Bewerbung

Beitragvon Crys » 18. August 2009 17:10

Jan hat geschrieben:Das BAG hat mal entschieden, dass Schwerbehinderungen angegeben werden müssen. Das war allerdings vor dem allgemeinen Gleichstellungsgesetz, ich denke das ändert daran aber auch nichts.

Das stimmt schon, aber ist jeder Typ1er auch ein Schwerbehinderter?
Ich war noch mal am Mo. bei meinem Arzt und habe auch darüber mit ihm gesprochen und er hat gemeint, das er mir nicht mit guten Gewissen 50% Behinderung zugestehen kann, weil meine Werte einfach zu gut sind ... und erst am 50% Behinderung ist man Schwerbehindert!

Er konnte mir zwar auch nicht mit 100% Sicherheit sagen, das ich den DM bei einer Bewerbung verleugnen darf, aber laut deinem Text dürfte ich das! Ich verheimliche keine Schwerbehinderung :wink:


Jan hat geschrieben:Das halte ich für Quatsch, wenn jemand auf dem Dach arbeiten will und er sich der Gefahr bewusst ist, warum soll man es ihm verbieten? Warum soll jemand der gut eingestellt ist, nie bewusstlos geworden ist oder ähnliches keine Taxen fahren, Autos aber schon. Das ergibt keinen Sinn. Also ich merke Hypos immer und bin auch noch nie umgekippt, ich fahre seit einigen Jahren Auto und es gab keine Probleme. Also ich bin absolut der Meinung jeder sollte den Job ergreifen, den er haben möchte und sich da von anderen nicht reinreden lassen sondern darum kämpfen!

Das stimmt schon, man darf jeden Job ausüben, den man will ... muss dann aber für die Konsequenzen selber haften!
Im klaren heißt das, das die Versicherung schlicht weg dabei nicht haftet!

Ich weiß noch genau wie ihm Seminar ein Fall Diskutiert wurde, in dem ein Zimmermann vom Dach gefallen ist. Das geschah aus reiner Unachtsamkeit und deshalb würde die Versicherung auf jeden Fall die Arztkosten zahlen!
Der Zimmermann hat aber vergessen seiner Versicherung zu erwähnen, das er Typ1er ist ... und das hat die Versicherung gesteckt bekommen und gesagt: "Es gibt bei uns eine Klausel, die besagt, das Typ1er u.A. den Beruf des Zimmermanns nicht mit unseren Versicherungsschutz ausüben dürfen!" Und deshalb muss er selber für seinen Schaden haften!
Zu guter Letzt hat der Mann die Versicherung verklagt, mehrfach verloren, darf die Anwalts und Krankenhaus Rechnung von über 20.000€ selber tragen und musste sich einen neuen Job suchen, weil keine Versicherung diesen Mann, in diesen Beruf versichern konnte, und in Deutschland das arbeiten ohne Versicherung einfach nicht erlaubt ist ...

Wenn man dann noch in seinen Beruf für andere Menschen verantwortlich ist (Taxi, Bus, Flugzeug, ...), dann wird es sicher noch um einiges teurer ...
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Re: Bewerbung

Beitragvon Jan » 18. August 2009 23:00

Crys hat geschrieben:
Jan hat geschrieben:Das BAG hat mal entschieden, dass Schwerbehinderungen angegeben werden müssen. Das war allerdings vor dem allgemeinen Gleichstellungsgesetz, ich denke das ändert daran aber auch nichts.

Das stimmt schon, aber ist jeder Typ1er auch ein Schwerbehinderter?
Ich war noch mal am Mo. bei meinem Arzt und habe auch darüber mit ihm gesprochen und er hat gemeint, das er mir nicht mit guten Gewissen 50% Behinderung zugestehen kann, weil meine Werte einfach zu gut sind ... und erst am 50% Behinderung ist man Schwerbehindert!

Er konnte mir zwar auch nicht mit 100% Sicherheit sagen, das ich den DM bei einer Bewerbung verleugnen darf, aber laut deinem Text dürfte ich das! Ich verheimliche keine Schwerbehinderung :wink:


Du brauchst einen Diabetes mellitus nicht anzugeben. Der Arbeitgeber hat an der Erkenntnis kein schützenswertes Interesse und dem würde auch das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz entgegenstehen. Die ganze Diskussion dreht sich einzig und allein noch darum, ob man eine Schwerbehinderung angeben muss.

Crys hat geschrieben:
Jan hat geschrieben:Das halte ich für Quatsch, wenn jemand auf dem Dach arbeiten will und er sich der Gefahr bewusst ist, warum soll man es ihm verbieten? Warum soll jemand der gut eingestellt ist, nie bewusstlos geworden ist oder ähnliches keine Taxen fahren, Autos aber schon. Das ergibt keinen Sinn. Also ich merke Hypos immer und bin auch noch nie umgekippt, ich fahre seit einigen Jahren Auto und es gab keine Probleme. Also ich bin absolut der Meinung jeder sollte den Job ergreifen, den er haben möchte und sich da von anderen nicht reinreden lassen sondern darum kämpfen!

Das stimmt schon, man darf jeden Job ausüben, den man will ... muss dann aber für die Konsequenzen selber haften!
Im klaren heißt das, das die Versicherung schlicht weg dabei nicht haftet!

Ich weiß noch genau wie ihm Seminar ein Fall Diskutiert wurde, in dem ein Zimmermann vom Dach gefallen ist. Das geschah aus reiner Unachtsamkeit und deshalb würde die Versicherung auf jeden Fall die Arztkosten zahlen!
Der Zimmermann hat aber vergessen seiner Versicherung zu erwähnen, das er Typ1er ist ... und das hat die Versicherung gesteckt bekommen und gesagt: "Es gibt bei uns eine Klausel, die besagt, das Typ1er u.A. den Beruf des Zimmermanns nicht mit unseren Versicherungsschutz ausüben dürfen!" Und deshalb muss er selber für seinen Schaden haften!
Zu guter Letzt hat der Mann die Versicherung verklagt, mehrfach verloren, darf die Anwalts und Krankenhaus Rechnung von über 20.000€ selber tragen und musste sich einen neuen Job suchen, weil keine Versicherung diesen Mann, in diesen Beruf versichern konnte, und in Deutschland das arbeiten ohne Versicherung einfach nicht erlaubt ist ...

Wenn man dann noch in seinen Beruf für andere Menschen verantwortlich ist (Taxi, Bus, Flugzeug, ...), dann wird es sicher noch um einiges teurer ...


Auch bei einer Versicherung muss man nicht ungefragt eine Krankheit angeben. Ich denke aber der Fall wird noch andere relevante Fakten haben und wahrscheinlich hat Dein Zimmermann bewusst falsche Angaben bei der Versicherung gemacht. Im Übrigen ist es falsch zu behaupten, dass der Diabetes per sé zu einer persönlichen Haftung führt, Diabetiker haften (mit wenigen Ausnahmen) nach dem gleichen Maßstab wie Nicht-Diabetiker und das bedeutet es muss erst einmal ein Verschulden vorliegen um überhaupt eine Haftung zu erreichen...
Zuletzt geändert von Jan am 18. August 2009 23:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bewerbung

Beitragvon Crys » 19. August 2009 00:23

Jan hat geschrieben:Du brauchst einen Diabetes mellitus nicht anzugeben. Der Arbeitgeber hat an der Erkenntnis kein schützenswertes Interesse und dem würde auch das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz entgegenstehen.
Ach ja? Schön wärs, ist es aber nicht ... ist aber auch in anderes Thema!

Jan hat geschrieben:Die ganze Diskussion dreht sich einzig und allein noch darum, ob man eine Schwerbehinderung angeben muss.
Seh ich nicht so ...

Jan hat geschrieben:Auch bei einer Versicherung muss man nicht ungefragt eine Krankheit angeben. Ich denke aber der Fall wird noch andere relevante Fakten haben und wahrscheinlich hat Dein Zimmermann bewusst falsche Angaben bei der Versicherung gemacht. Im Übrigen ist es falsch zu behaupten, dass der Diabetes per sé zu einer persönlichen Haftung führt, Diabetiker haften (mit wenigen Ausnahmen) nach dem gleichen Maßstab wie Nicht-Diabetiker und das bedeutet es muss erst einmal ein Verschulden vorliegen um überhaupt eine Haftung zu erreichen...

Hast du überhaupt das gelesen was ich geschrieben habe?
Weil das hat jetzt überhaupt nichts mehr mit meinem letzten Post zu tun ...
That's it ...
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Re: Bewerbung

Beitragvon Jan » 19. August 2009 15:49

Crys hat geschrieben:Hast du überhaupt das gelesen was ich geschrieben habe?


Ja hab ich.

Wenn Du das anders siehst ist das okay, aber man muss keine Krankheiten angeben, wenn sie der Berufsausübung nicht komplett entgegenstehen, das ist fakt.
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