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Studium im EU-Ausland mit DM - woher krieg ich meine Medis?

Hier geht es zusammengefasst um alles was mit Ausbildung und Beruf zu tun hat.

Studium im EU-Ausland mit DM - woher krieg ich meine Medis?

Beitragvon klausZ » 17. August 2015 17:47

Liebes Forum,

ich habe DM Typ 1, bin bei der AOK als Student freiwillig pflichtversichert und studiere ab Oktober in Österreich. Bei der AOK sagte man mir, dass ich mit meiner Versicherung nur in Notfällen in Österreich Versicherungsschutz habe. Um weitere ärztl. Leistungen in Anspruch zu nehmen, müsste ich eine Zusatzversicherung von 50,- / Monat dazubuchen. Dies ist doch relativ viel Geld.

Welche Möglichkeiten habe ich, wenn ich bei der AOK in Deutschland bleiben möchte?
Zunächst würde es mir reichen, Insulin, Teststreifen etc. zu bekommen.
- gibt es Wege, hier Medis auf Vorrat (halbes oder ganzes Jahr) sich in Deutschland verschreiben zu lassen? Ärzte verschreiben, wenn überhaupt, mir nur die Menge für ein Quartal.
- könnten meine Eltern mir die Medis nachschicken? Ich sehe hier 2 Probleme: Sie bräuchten wahrscheinlich meine Versichertenkarte, die ich ja für Notfälle bei mir haben sollte (ließe sich eine 2. beantragen?), und 2. bin ich mir nicht 100% sicher, ob das Insulin die Reise aushält, wenn's per Flieger geht (wobei in vermute, dass in einer isolierenden Box für die kurze Zeit nichts passiert)
- gäbe es andere Möglichkeiten?

Ich weiß, dass damit Dinge wie Diabetologe aufsuchen etc. nicht geklärt sind ;)

Vielen Dank für eure Ideen!

Liebe Grüße
Klaus
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Re: Studium im EU-Ausland mit DM - woher krieg ich meine Med

Beitragvon Jan » 18. August 2015 22:56

Moin,

also freiwillig pflichtversichert gibt es nicht. Entweder Du bist versicherungspflichtig (§ 5 SGB 5), dann bist Du pflichtversichert oder Du nicht nicht versicherungspflichtig (§ 6 SGB 5), dann bist Du freiwillig versichert. Im Ergebnis macht das aber nicht ganz so viel Unterschied. Grundsätzlich kannst Du in jedes Land der europäischen Union gehen und Dich dort behandeln lassen oder Waren kaufen. Eine medizinische Dienstleistung und Hilfsmittel sind in dem Sinne stink normale Dienstleistungen und Waren.

Aber: Du musst vollständig in Vorleistung treten. Es wird Dir auch nicht alles erstattet. Natürlich ist nur dad erstattungsfähig, was hier in Deutschland auch erstattet worden wäre (auch der Höhe nach). Darüber hinaus wird die Selbstbeteiligung abgezogen und die Krankenkasse zieht entsprechend der Satzung noch einmal rund 10% ab, wobei ich Schwierigkeiten habe, zu glauben, dass das so pauschal europarechtskonform ist. Denn das Ziel ist nur Abschreckung, es mag ja sein, dass das Medikament im Ausland 25% billiger ist, dann macht die Krankenkasse ja auch Reibach, zusätzliche Gebühren aufzuschlagen macht dann keinen Sinn.

Ein anderer Weg wäre, immer mal wieder nach Bayern zu fahren und dort zu einem Arzt zu gehen, dann wäre alles wie gehabt. Verschicken dürfte problematisch sein, allerdings nicht wegen der Kälte, Pakete verschickt man ja nicht in Gefrierschränken. Dass es in Flugzeugen friert wird gerne erzählt, kann physikalisch aber nicht sein. Wenn mein Koffer schickgefroren würde hätte ich einen Eisklumpen auf dem Band und selbst wenn das im Flughafen durch einen Backofen fahren würde, wären die Sachen zumindest Klamm. Selber auftauen kann das in der kurzen Zeit nicht. Problematisch könnte aber der Zoll sein. Medikamente können nicht einfach so frei verschickt werden.

Größere Mengen aufzuschreiben hängt von Deinem Arzt und der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigunb ab. Das könnte ein Weg sein, vielleicht in Verbindung mit einem Arzt in Bayern. Aber, bist Du Dir sicher, dass Du in Deutschland versichert bleiben kannst?
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Re: Studium im EU-Ausland mit DM - woher krieg ich meine Med

Beitragvon Jan » 18. August 2015 22:59

Auf meinem Blog findest Du dazu noch mehr: https://rechtsfragenblog.de/aerztliche- ... schutz-aus
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Re: Studium im EU-Ausland mit DM - woher krieg ich meine Med

Beitragvon Jan » 18. August 2015 23:09

Falls Du bei der AOK Plus versichert bist findest Du das auf Seite 31 der Satzung: https://www.aokplus-online.de/fileadmin ... 010715.pdf

Die ziehen 7,5% ab, mindestens jedoch 5 EUR und maximal 40 EUR, zuzüglich zu den anderen Zuzahlungen etc.
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Re: Studium im EU-Ausland mit DM - woher krieg ich meine Med

Beitragvon klausZ » 24. August 2015 18:38

Hallo Jan,

vielen Dank dir für deine tolle und ausführliche Hilfe! Ich hatte das Forum zwischenzeitlich öfter besucht, aber meinen Thread nirgends gefunden und dachte, er müsse noch freigeschalten werden oder sowas - entschuldige Bitte meine späte Rückmeldung! Also versichert bin ich als Student (über 25, also nicht mehr bei Familie) bei der AOK Baden-Württemberg, kein AOK Plus. Laut AOK-Mitarbeiterin kann ich hier in Deutschland versichert bleiben, ja.
Generell sehe ich das garnicht so pessimistisch - wenn ich das Geld zum Großteil zurückbekomme, ist das doch schonmal was.

Auf https://www.krankenkassen.de/ausland/Eu ... ungskarte/ habe ich zur Elektronischen Gesundheitskarte folgendes gefunden:
"Der durch die Europäische Krankenversicherungskarte EHIC abgedeckte Bereich gilt nur für die unmittelbar erforderliche medizinische Versorgung (zum Beispiel Beinbruch, kranker Zahn, Virusinfektion und ähnliche Notfälle) oder für die fortlaufende Versorgung bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes."

Ich werde mich noch die Tage in Ruhe informieren müssen, ob das mit dem vorab alles selbst zahlen zutrifft. Denn wenn ich hier lese: https://www.aok.de/baden-wuerttemberg/gesundheit/behandlung-im-ausland-133230.php
Egal, ob Sie gerade Urlaub machen oder z. B. ein Auslandssemester absolvieren: Wenn Sie als AOK-Versicherte(r) bei einem vorübergehenden Aufenthalt in einem Staat der Europäischen Union (EU), in Island, Liechtenstein, Norwegen oder in der Schweiz krank werden, haben Sie Anspruch auf alle medizinischen Leistungen, die während Ihres Aufenthaltes notwendig sind, damit Sie nicht vorzeitig nach Hause zurückkehren müssen. Dies gilt auch dann, wenn Sie eine bestehende Krankheit weiter behandeln lassen müssen oder wenn Sie chronisch krank sind und regelmäßig medizinische Betreuung benötigen. Für diese Behandlungen brauchen Sie selbstverständlich keine vorherige Genehmigung Ihrer AOK. Sie brauchen dann nur die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC).

Gezielt zur Behandlung ins Ausland
Vielleicht möchten Sie aber ins EU-Ausland, Island, Liechtenstein, Norwegen oder die Schweiz reisen, um sich dort behandeln zu lassen und so Kosten zu sparen. Ein in Polen oder Ungarn hergestellter Zahnersatz kann kostengünstiger sein als in Deutschland. Für gezielte ambulante Arztbesuche im EU-Ausland, Island, Liechtenstein, Norwegen oder in der Schweiz bezahlen Sie zunächst die Rechnung vor Ort selbst. Die AOK Baden-Württemberg erstattet dann die Kosten für die Behandlungen, die in Deutschland im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung enthalten sind.


Mein Fall würde so wie ich das lese zu Absatz 1 gehören, wo sie nicht direkt das mit der Vorauszahlung erwähnen. Ich mache mich die Tage mal schlau - bis bald :)

Liebe Grüße
Klaus
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