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Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Richard » 29. Januar 2010 17:25

paule hat geschrieben:Laut Aussage eines Diabetologen DDG, ich glaub mal der weiss ne ganze Menge was das angeht....

Für Typ-2 mag das stimmen, für Typ-1 jedoch nur in ganz wenigen Ausnahmen (die man an zwei Finger abzählen kann)


paule hat geschrieben:Vor allem Überleg ich mir gerade das ich höchstwahrscheinlich dieses Jahr einen Zusatzbeitrag leisten muss, bzw. spätestens nächstes Jahr. Und dann soll ich keine Analoga mehr bekommen? Mehr zahlen für weniger Leistung?
Aber hier im Forum wurde ja gefrohlockt über die neue Regierung....

Dies hat nichts mit dem Thema zu tun, bitte eröffne ggf. ein neues Thema.
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon paule » 29. Januar 2010 17:32

paule hat geschrieben:Laut Aussage eines Diabetologen DDG, ich glaub mal der weiss ne ganze Menge was das angeht....


Für Typ-2 mag das stimmen, für Typ-1 jedoch nur in ganz wenigen Ausnahmen (die man an zwei Finger abzählen kann)


Versteh ich das richtig? Du meinst es gibt nur zwei Diabetologen Bundesweit die wissen ob die Pharmaunternehmen mehr nehmen für Analoga? Irgendwie versteh ich deine Aussage nicht....

Darf ich mal raten welche Zwei Diabetologen du meinst? Deiner in Mainz und deiner an der Ostsee....

Und bitte sag mir mal was noch alles offen ist, deiner Meinung nach.
Zuletzt geändert von paule am 29. Januar 2010 17:32, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Richard » 29. Januar 2010 17:35

Die Antwort bezog sich vielmehr auf die Antwort die du davor gegeben hast das Analoga den selben Preis hätten wie das Humaninsulin, was die dein Diabetologe DDG gesagt hat der da viel Ahnung hat.

a ist die faktisch falsch, da die Preise nicht gesenkt wurden sondern nur Rabattvereinbarungen getroffen wurden
b gelten die nur für Typ 2 Diabetiker


Zu deiner Info, ich habe keinen Diabetologen in Mainz
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Richard » 29. Januar 2010 17:41

paule hat geschrieben:Im Übrigen: Du hast schon gelesen warum der G-BA den Beschluss des BMG ablehnt? Nein? Na dann, in meinen Worten: Es wird abgelehnt das das auch für Kinder und Jugendliche gilt. So, ich denke das wird umgeschrieben und dann isses kein Problem mehr, was ist denn noch ALLES OFFEN? Für Leute wie uns zwei, macht es keinen Unterschied ob jemand mit Typ 1 DM der noch Jugendlicher ist Analoga bekommt oder nicht, wir sind beide VOLLJÄHRIG!

Da gilt es dann zu prüfen was uns von den Kinder und Jugendlichen unterscheidet und warum 50-100€ Einsparungen pro Jahr eine Umstellung mit den uns bekannten Folgen (Hypogefahr, eingeschränktes Leben, ... bis hin zu den Folgekosten die durch die Umstellung entstehen) rechtfertigt.

Des weiteren sind ist dies ein lsaufendes Verfahren, Spekulationen sind wie immer nur bedingt aussagekräftig. Fakt ist das es derzeit keine Entscheidung gibt.

Meiner Meinung nach ist dies eine sehr gute Aussage des BMG für uns:
Das BMG hat seine Maßgabe damit begründet, dass Diabetes mellitus Typ I eine angeborene, nicht Lebensstil bedingte Erkrankung ist, bei der die Insulintherapie notwendig für das Überleben ist.
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Matze081 » 19. Februar 2010 12:50

Hi, möchte mich auch mal einmischen. Noch ist ja wirklich noch offen, was daraus wird und wenn die Gesundheitspolitik sich weiter so lähmt, was ich in der Hinsicht gar nicht mal so schlecht finde, haben wir noch lange keine Probleme ;)

Zu dem Thema IQWiG möchte ich einen gefundenen Artikel beisteuern, der eine ganz neue Vokabel einbringt:

Ein weiteres Mittel um hohe Gewinne mit niedrigem Risiko und Aufwand zu erzielen, sind so genannte Scheininnovation. Darunter verstehen die Kassenvertreter neue Medikamente, die sich von älteren Mitteln kaum oder gar nicht in ihrer Wirkung unterscheiden. Diese werden jedoch häufig teurer verkauft, weil sie ja neu seien. Diese Scheinmedikamente zu entlarven, ist jedoch teuer und sehr zeitaufwendig. Für eine solche Scheininnovation hält das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) unter anderem auch die Insulinanaloga für Typ-1-Diabetiker. Die kurzwirksamen Insulinanaloga „Lispro“, „Aspart“ und „Glulisin“ sind in Deutschland seit 10 Jahren auf dem Markt. Nach Meinung vieler Nutzer und Fürsprecher verbessern diese Analoga die Lebensqualität der Patienten, weil der so genannte Spritz-Ess-Abstand wegfällt, und verringern das Risiko von Komplikationen. Zumindest für das Argument Spritz-Ess-Abstand konnte das IQWIG keine Belege finden: Auch bei langwirksamen Insulinen muss keine zeitliche Verzögerung zwischen Spritzen und Essen eingehalten werden.


Quelle: http://www.diabetesgate.de/handel/Alte_ ... e_6543.php

Wenn das Thema nicht so ernst wäre, könnte ich mich jedes Mal über das IQWiG tot lachen.
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Slevin » 19. Februar 2010 12:55

Tja, leider gibt es kein Mittel mit der mann die Insulin Produktion für nen gewisse Zeit lahmlegen kann. Dann sollte mann es den Auschuß verabreichen, die sollen 1 Jahr wie ein Typ 1 leben und dan merken sie was für EIN RIESEN VORTEIL die Analoga haben.
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Richard » 19. Februar 2010 18:13

Slevin hat geschrieben:Tja, leider gibt es kein Mittel mit der mann die Insulin Produktion für nen gewisse Zeit lahmlegen kann. Dann sollte mann es den Auschuß verabreichen, die sollen 1 Jahr wie ein Typ 1 leben und dan merken sie was für EIN RIESEN VORTEIL die Analoga haben.

:dito:
Der Meinung bin ich schon seit langem, Daten und Nachweisbarkeit sind das eine, subjektive Empfindungen und Lebensqualität das andere, leider sind das keine harten Fakten
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon paule » 19. Februar 2010 19:11

Also es gäbe für die Pharmaindustrie schon eine Möglichkeit das das was in diesem Beschluss steht nur eine Lachnummer wird. Einfach die Produktion von Humaninsulin einstellen. Das würde bedeuten das die Ärzte zwangsläufig Analoga verschreibven müssen und das es die Krankenkassen auch zahlen MÜSSEN.
Aber andere Leute hier im Forum sehen das ja eh nicht so eng und steigen liebendgerne wieder auf Humaninsulin um, siehe andere Threads....
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Jan » 19. Februar 2010 19:12

Matze081 hat geschrieben:
Auch bei langwirksamen Insulinen muss keine zeitliche Verzögerung zwischen Spritzen und Essen eingehalten werden.


Das ist doch sowieso Käse, langwirksame Insuline haben ja auch nichts mit dem Essen zu tun, daher konnten sie da auch keinen Spritz-Ess-Abstand als notwendig feststellen.

Ich konnte übrigens auch nicht feststellen, dass jemals ein Auto ein Bundesligator geschossen hat und ein Schiedsrichter auch nicht, dann können wir beides als Scheininnovation ja abschaffen.
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Richard » 19. Februar 2010 19:33

paule hat geschrieben:Aber andere Leute hier im Forum sehen das ja eh nicht so eng und steigen liebendgerne wieder auf Humaninsulin um, siehe andere Threads....

Solltest du mich damit meinen, ich werde nicht auf Humaninsulin umsteigen, jedoch betrachte ich mir nicht nur einseitige Informationen und mache mir ein Gesamtbild. Daher bin ich zu dem Schluss gekommen, das man dieses Thema zwar beobachten muss und auch aktiv im Gedächtnis halten muss sich jedoch derzeit keine Zeichen erkennen lassen das es zu einer "Zwangsumstellung" für bestehende Analoga-Nutzer kommt.
Ich halte es nicht für ausgeschlossen das es eine ähnliche Regelung wie bei Typ-2 gibt, denke aber das es nicht zur Durchsetzung kommen wird, da es bereits Signale gibt die dies Vermuten lassen. Unser Vorteil ist das es eine Autoimmunerkrankung ist und es keine Alternativ Therapie zur Insulinbehandlung gibt. Ein Stoffwechselentgleisung (mit KH Aufenthalt) jedoch pro Patient rund 1000 € kosten sprich die Ersparnisse von rund 5 Jahren pro Patient verschlingen würde ... von der Lebensqualität und Folgeerkrankungen und den Kosten für die Umstellung (Arztbesuche etc) ganz zu schweigen.

Man kann das ganze auch enger sehen, jedoch sollte man dann Taten sprechen lassen und nicht nur leere Worte. Du kannst dir gewiss sein das wir (als Verein) nicht die letzten sein werden, wenn es darum geht unsere Meinung an geeigneter Stelle publik zu machen.

paule hat geschrieben:Also es gäbe für die Pharmaindustrie schon eine Möglichkeit das das was in diesem Beschluss steht nur eine Lachnummer wird.

Da möchte ich dann aber mal den Aufschrei der Nation hören wenn rund 60% der Patienten umgestellt werden sollen 8) Ich denke dazu wird es in der Form nicht kommen. Sie werden sicherlich wie die Röhrenbildschirme verdrängt werden aber einfach so wegnehmen geht so leicht wohl nicht ist ja keine Handelsware :D
Zuletzt geändert von Richard am 19. Februar 2010 19:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Kratzbuerste » 19. Februar 2010 19:37

Sry das ich mal wieder so ne total doofe frage habe aber was is der unterschied zwischen analoga und Humaninsulin?
Ich glaube, daß die Krankheiten Schlüssel sind, die uns gewisse Tore öffnen können. Ich glaube, es gibt gewisse Tore, die einzig die Krankheit öffnen kann.
(André Gide)


Für die einen ist es Typ1, für die anderen erfolgreiches Outsourcing der körpereigenen Insulinproduktion.
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Richard » 19. Februar 2010 19:49

Kratzbuerste hat geschrieben:Sry das ich mal wieder so ne total doofe frage habe aber was is der unterschied zwischen analoga und Humaninsulin?

Humaninsulin sind dem menschlichen Insulin sehr ähnlich (identisch), sie haben die selben Aminosäurenketten. Dort gibt es nur normal Insulin was in etwa den menschlichen Eigenschaften entspricht und Verzögertes durch Eiweiß oder Zink womit ein langsamerer Wirkungseintritt erreicht wird. Das Problem dabei ist das die Physiologie durch die Injektion ins subkutane Gewebe etwas anders als die normale durch die Bauchspeicheldrüse ist.

Analog Insuline sind veränderte Insulin, wo bestimmte Aminosäuren getauscht/ersetzt werden oder andere Melokülgruppen angehängt werden um die Eigenschaften zu verändern. Da bei gibt es 2 Gruppen, die kurzwirksamen wo die Zerfallsgeschwindigkeit der Hexamere positiv (schneller) beeinflusst wurde und die langwirksamen wo diese Geschwindigkeit verzögert wird.
Zuletzt geändert von Richard am 19. Februar 2010 19:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Matze081 » 20. Februar 2010 10:42

Dazu möchte ich auch auf das Lexi verweisen ;)

Zu Paule: Es gibt wirklich Leute, die Analoga nicht abkönnen und allergisch darauf reagieren. Für diese wäre eine Abschaffung der Humaninsuline durchaus tödlich. Daher trete ich definitiv für eine Vielfalt der Insuline ein (auch tierische Insuline gehören dazu!) und keine Reduzierung des Angebotes ;)
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Sandra » 21. Februar 2010 16:24

Abschaffen kann man die Humaninsuline nicht so einfach. Bei einer i.v. Insulintherapie, z.B. im Rahmen einer starken Stoffwechselentgleisung (z.B. Keto), kann nur Humaninsulin (Normalinsulin) gegeben werden. Und es gibt durchaus Leute, die gut mit Humaninsulinen klar kommen und die nicht auf Analoga umsteigen möchten.
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon paule » 21. Februar 2010 23:01

Zu Paule: Es gibt wirklich Leute, die Analoga nicht abkönnen und allergisch darauf reagieren. Für diese wäre eine Abschaffung der Humaninsuline durchaus tödlich. Daher trete ich definitiv für eine Vielfalt der Insuline ein (auch tierische Insuline gehören dazu!) und keine Reduzierung des Angebotes ;)


Dann möchte ich darauf hinweisen das die Vorgänger des Humaninsulins, trotz dem das es Leute gibt die allergisch auf Humaninsulin sind, ja anscheinend gibt es auch das, ich wollte es auch nicht glauben, einfach so nicht mehr hergestellt wurden. Was sagst du denn diesen Leuten?
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Richard » 21. Februar 2010 23:29

paule hat geschrieben:
Zu Paule: Es gibt wirklich Leute, die Analoga nicht abkönnen und allergisch darauf reagieren. Für diese wäre eine Abschaffung der Humaninsuline durchaus tödlich. Daher trete ich definitiv für eine Vielfalt der Insuline ein (auch tierische Insuline gehören dazu!) und keine Reduzierung des Angebotes ;)

Dann möchte ich darauf hinweisen das die Vorgänger des Humaninsulins, trotz dem das es Leute gibt die allergisch auf Humaninsulin sind, ja anscheinend gibt es auch das, ich wollte es auch nicht glauben, einfach so nicht mehr hergestellt wurden. Was sagst du denn diesen Leuten?

Du meinst das tierische Insulin? Was zuletzt nur noch einige Hundert Patienten genutzt haben? Wo man die Bauchspieldrüsen sehr vieler Tiere ausquetschen musste um den Bedarf eines Patienten zu decken?

Die Allergien beziehen sich auch nicht auf das Insulin sondern auf die sonstigen Bestandteile des Insulin, meist auf die Konservierungsstoffe im besonderen auf das Metacresol.
Warum man darauf nicht verzichtet oder ggf. ersetzt kann ich dir leider nicht beantworten, da es jedoch bei allen Insulin verwendet wird mit einer Ausnahme gehe ich davon aus das es seine Bewandtnis hat.
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Richard » 10. März 2010 18:52

So es geht weiter beim liebsten Thema der Diabetes-Nation.
Nun hat der G-BA gesprochen:
Insulinanaloga, schnell wirkende zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 1.
Hierzu zählen:
  • Insulin Aspart
  • Insulin Glulisin
  • Insulin Lispro
Diese Wirkstoffe sind nicht verordnungsfähig, solange sie mit Mehrkosten im Vergleich zu schnell wirkendem Humaninsulin verbunden sind. Das angestrebte Behandlungsziel ist mit Humaninsulin ebenso zweckmäßig, aber kostengünstiger zu erreichen. Für die Bestimmung der Mehrkosten sind die der zuständigen Krankenkasse tatsächlich entstehenden Kosten maßgeblich.

Dies gilt nicht für Patienten
  • mit Allergie gegen den Wirkstoff Humaninsulin
  • bei denen trotz Intensivierung der Therapie
    eine stabile adäquate Stoffwechsellage
    mit Humaninsulin nicht erreichbar ist
    oder war, dies aber mit schnell wirkenden
    Insulinanaloga nachweislich gelingt.

Den Gesamten Text findet ihr hier: http://www.g-ba.de/downloads/40-268-117 ... ga_TrG.pdf

Mir ist immer noch schleierhaft warum man Vergleichspunkte wie "Morbidität und Mortalität" bei Kindern und Jugendlichen ausgewählt hat in Studien die max 1 Jahr gingen. Das sind Werte die man in Patientenbeobachtungen in einem Zeitraum von 10-50 Jahren erheben kann, um eine ausreichende Datenlage zubekommen.

Im Bericht des IQWiGs war im Volltext zu lesen (den kaum jemand liest) das es keine Ausreichende Daten gibt und somit kein Vorteil festzustellen ist.
Das bedeutet für mich nicht das Analoga keinen Vorteil haben sondern das es nicht genug Daten gibt, wenn der G-BA also aufgrund von unzureichenden Daten eine Entscheidung trifft wäre für mich das eine Farce ... was es eh schon ist da es ein abgekartetes Spiel ist wo der Gewinner und auch der Verliere schon längst fest steht.
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon paule » 11. März 2010 23:41

Na was hab ich gesagt, aber mal wieder wollte mir keiner glauben!
"Liebe Nachwelt! Wenn Ihr nicht gerechter, friedlicher und überhaupt vernünftiger sein werdet, als wir sind, bezw. gewesen sind, so soll euch der Teufel holen." - Albert Einstein





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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Richard » 12. März 2010 07:39

paule hat geschrieben:Na was hab ich gesagt, aber mal wieder wollte mir keiner glauben!

Noch hat es aber nichts mit der aktuellen Politik zu tun ... die kommt erst nach dem Beschluss des GB-As ins Spiel.
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Slevin » 14. März 2010 18:17

Die Pharma Industrie könnte der Diskussion doch schnell ein Ende setzten. Einfach beide Insuline zum gleich Preis verkaufen, das eine teurer machen das andere billiger. Obwohl für mich persöhnlich das ganze zum Schwachsinn degradiert wurde als ich gehört habe das die KK´s nen Milliardenüberschuß erwirtschaftet haben.
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Jan » 17. März 2010 19:22

Slevin hat geschrieben:Obwohl für mich persöhnlich das ganze zum Schwachsinn degradiert wurde als ich gehört habe das die KK´s nen Milliardenüberschuß erwirtschaftet haben.


Klar, aber man muss auch sagen, dass die Pharmaindustrie nicht die Heilsarmee ist, sondern aus Wirtschaftsunternehmen besteht, die (meistens) börsennotiert sind. Wenn der Staat nun meint, dass das alles viel zu teuer ist usw usw, dann kann er ja selber Forschung betreiben, die ja auch ziemlich teuer ist. Forschung wiederum kann man nur durch Überschüsse betreiben, weil die ja auch finanziert werden will.
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Slevin » 18. März 2010 12:06

klar Gewinn machne will jeder, aber ne KK sollte es nicht dürfen.Ich bin eh für einen KK für Alle. was alleine die zig Vorstände kosten, Verwaltunsakt, Finanzausgleich kostet. Wenn alle in ein Kasse zahlen könnte mann mit weniger Beitrag (der prozentual ohne Obergrenze wäre) mehr Leistungen bekommen. Und wer Luxus will kann sich zusätzlich versichern.
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Jan » 18. März 2010 20:56

Slevin hat geschrieben:klar Gewinn machne will jeder, aber ne KK sollte es nicht dürfen.Ich bin eh für einen KK für Alle. was alleine die zig Vorstände kosten, Verwaltunsakt, Finanzausgleich kostet. Wenn alle in ein Kasse zahlen könnte mann mit weniger Beitrag (der prozentual ohne Obergrenze wäre) mehr Leistungen bekommen. Und wer Luxus will kann sich zusätzlich versichern.


Würde ich glatt so unterschreiben, man braucht auch nicht alle paar Jahre ein neues Glashochhaus zu bauen in Beton lässt es sich genauso gut arbeiten wie in Glas.
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Richard » 23. März 2010 23:00

Lieber Diabetes-Teens,

nun seit ihr gefragt, schon seit 2006 geht es immer wieder um die
Verordnungsfähigkeit von kurzwirksamen Insulinanaloga auch bei uns im Forum
steht das Thema ganz oben.

Vor einigen Wochen hat nun das IQWiG, festgestellt das diese Insulin keinen
Zusatznutzen hat. Der gemeinsame Bundesausschuss hat nun vor, dieses
Insulin als "nicht verordnungsfähig" einzustufen, sodass ein Arzt nur noch
in bestimmten Fällen dieses Insulin verschreiben darf. Das gilt jedoch nur,
solange das Insulin teurer ist als Humaninsuline.

Wir als junge Menschen mit Diabetes wollen dies nicht so einfach hinnehmen
und haben uns der Petition von Diabetes-Kids.de und DiabetesDE
angeschlossen. Wie schon 2008 geht es darum möglichst viele Unterschriften
zu sammeln, um auf das Problem aufmerksam zu machen.

Zu diesem Zweck haben wir eine neue Seite eingerichtet, wo ihr alle
Informationen zu dieser Problematik findet:
http://aktion.diabetes-zentrale.de

Wir hoffen auf möglichst viele Unterzeichner, sodass wir mit einer Straken
Stimme in den Kampf ziehen können.

Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr alle an dieser Petition teilnehmt und
diese mitzeichnet und, wenn möglich auch Freunde und Verwandte über diese
Problematik informiert.

Euer Team von Diabetes-Teens.Net
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon SavageSkull » 24. März 2010 22:49

Hiho,
nach der interessanten Erinnerungsmail, will ich auch mal wieder meinen Senf zu dem Thema abgeben.

Ich hatte jetzt natürlich keine Lust alle 16 Seiten zu lesen, aber allein auf dieser letzten Seite stehen schon einige interessante Meinungen.

Ich denke, hinter dem ganzen Gejammer steckt einfach nur der BWL-typische Grundgedanke Kosten zu sparen. Und der wird von mir ganz klar bejaht. Das Problem, das wir Leidtragenden haben ist, nun, dass man mit Humalog insulin nicht nachweislich gesünder leben kann. Einen guten HBA1C Wert, bzw eine gute Behandlung der Krankheit kommt nicht durch die Verwendung von Analog Insulin. Als Nutznieser von Analog Insulin haben wir schlechthin nur den Vorteil das der oben schon genannte "Ess-Spritz-Abstand" (wegfällt will ich so nicht betonen) geringer wird. Das ist eine Verbesserung der Lebensqualität, aber keine Notwendigkeit.

Von daher sehe ich da eher schwarz, auch mit der Petition.

Allerdings gibt es einen, wenn auch aus unserer Sicht albernen, Lichtblick:
Pharmakonzerne interessiert es wenig, wie gesund wir leben oder sonstwas. Die möchten in erster Linie verkaufen und wenn der Grund, der Preis ist, dass Humalog und Co nicht mehr bezahlt wird, bricht der Markt ein. Und dass ist ganz sicher nicht im Interesse der Pharmakonzerne. Was wird also passieren? Der Preis von Humalog wird deutlich fallen, sodass der Grundgedanke, den Aufpreis nicht zu bezahlen, keine Grundlage mehr hat.
Das ist ganz einfache Preisregulierung und im Pharmasektor nichts Neues.

Ich bin überzeugt, dass das Ende vom Lied einfach nur günstigere Preise sind und nicht dass wir keine Humaloginsulin mehr bekommen.
Euer Sebastian
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