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DEMO in Berlin: Verordnungsfähigkit von Insulinanaloga

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DEMO in Berlin: Verordnungsfähigkit von Insulinanaloga

Beitragvon Richard » 24. Februar 2008 19:06

Berlin, 13.03.2008, 10 Uhr
Versammlungsthema ist:"Verordnungsfähigkeit von Analoginsulinen für Kinder und Jugendliche mit Diabetes mellitus Typ 1 zu erhalten"


Das Ziel dieser Aktion ist es, die notwendige Zustimmung der Politik zum GBA Beschluss vom 21.2.2008 zu verhindern. Der Beschluss der GBA lautet, dass kurzwirksame Analoginsuline für Patienten mit Diabetes Typ-1 in der Regel nicht mehr verordnungsfähig sind, solange sie mit Mehrkosten im Vergleich zu kurzwirksamen Humaninsulin verbunden sind (Rabattverträge gibt es zwar für Typ 2 Diabetiker, werden aber nach unseren Informationen für Menschen mit Typ 1 Diabetes nicht vereinbart).

Weitere Informationen und ein Anmeldeformular findet ihr auf der Seite des BFJDs
http://www.bfjd.de
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Re: DEMO in Berlin: Verordnungsfähigkit von Insulinanaloga

Beitragvon Djbee » 15. März 2008 17:48

wie war denn eigetnlich die demo?
ich wär ja auch gern gekommen,...
Diabetes ist nur wie ein aufwändiges Hobby.
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Re: DEMO in Berlin: Verordnungsfähigkit von Insulinanaloga

Beitragvon Richard » 15. März 2008 18:37

Hier gibt es ein paar Bilder von der Demo -> http://bfjd.de/bilder/2008_demo/site999.htm
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Re: DEMO in Berlin: Verordnungsfähigkit von Insulinanaloga

Beitragvon Jan » 15. März 2008 18:49

Meiner Meinung nach ist eine Demonstration das aussichtsloseste was man überhaupt veranstalten kann. Es interessiert die Leute überhaupt nicht, die die Entscheidung treffen, die machen höchstens das Fenster zu, oder gehen in der Kantine einen Kaffee trinken. Und wenn man sich das mal versinnbildlicht. Wenn wir über etwas diskutieren und ich dich nicht überzeugen kann und dir "eine reinhaue" oder mich mit einer Trillerpfeife neben dich stelle, meinst du das wird dich überzeugen?

Meiner Meinung nach ist eine Demonstration, eine völlig veraltete Erfindung des Proletariats über ihre Hilflosigkeit aufzuklären, im Prinzip gehört das in die Geschichtsbücher. Dort bestanden häufig keine Möglichkeiten sich politisch einzubringen... Heutzutage kann man mit Interessenverbänden, Grundrechten u.a. Petitionsrechten deutlich mehr erreichen.
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Re: DEMO in Berlin: Verordnungsfähigkit von Insulinanaloga

Beitragvon Duff Rose » 16. März 2008 11:46

Sicher bringt die Demo nichts. Dumm rumstehen mit der Fahne in der Hand hat noch nie was gebracht, ausser dass man aussieht wie ein Kasper. Man sollte das ganze mehr französisch aufziehen, dann bringt das mehr. Der Deutsche lässt sich immer viel zu viel gefallen und tut nichts.
Sobald das erste Auto brennt wird die ganze Sache von Presse usw. publiziert, dann weiss jeder bescheid und ich wette es würde weiterhin ohne wenn und aber Analoga geben.
Aber ok, stellen wir uns mit Fahne und mit Mutti an der Hand an den Straßenrand und vergeuden unsere Zeit. Das konnen wir schon immer gut.
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Re: DEMO in Berlin: Verordnungsfähigkit von Insulinanaloga

Beitragvon Jan » 16. März 2008 13:11

Duff Rose hat geschrieben:Sicher bringt die Demo nichts. Dumm rumstehen mit der Fahne in der Hand hat noch nie was gebracht, ausser dass man aussieht wie ein Kasper. Man sollte das ganze mehr französisch aufziehen, dann bringt das mehr. Der Deutsche lässt sich immer viel zu viel gefallen und tut nichts.
Sobald das erste Auto brennt wird die ganze Sache von Presse usw. publiziert, dann weiss jeder bescheid und ich wette es würde weiterhin ohne wenn und aber Analoga geben.
Aber ok, stellen wir uns mit Fahne und mit Mutti an der Hand an den Straßenrand und vergeuden unsere Zeit. Das konnen wir schon immer gut.


Dann sitzt man nur im Knast und hat nichts weiter erreicht, als dass der Geldbeutel ein Leck hat.
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Re: DEMO in Berlin: Verordnungsfähigkit von Insulinanaloga

Beitragvon Duff Rose » 16. März 2008 14:09

Jan hat geschrieben:Dann sitzt man nur im Knast und hat nichts weiter erreicht, als dass der Geldbeutel ein Leck hat.


Ach so, hatte ich fast vergessen, Autos anzünden ist ja verboten.
:wink:
Ok, vielleicht war das ein heftiges Beispiel, aber wenigstens würde ich mit faulen Eiern oder so werfen. Zum dumm rumstehen würde ich auf keine demo fahren, wie schon gesagt die Gegenseite lacht sich hinter den doppelverglasten Fenstern im warmen Büro darüber kaputt.

Und mein Geldbeutel hat sowieso schon immer ein Leck. :wink:
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Re: DEMO in Berlin: Verordnungsfähigkit von Insulinanaloga

Beitragvon Matze081 » 16. März 2008 18:54

Obwohl ich dich verstehen kann DuffRose, muss ich Jan Recht geben. Wenn du im Knast sitzt, lachen sie noch mehr. Dieses Dilemma, dass man nur am Rande der Legalität Aufsehen erregt und unter Umständen was bewegt hatte ich Jahre lang im AStA der Uni, die von der Regierung totgesparrt wird. Aber zurück zum Thema. Eine Demo, die zumindest in den Medien ein wenig beachtet wird, ist für die Diabetiker zumindest ein Fortschritt. ;)
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Re: DEMO in Berlin: Verordnungsfähigkit von Insulinanaloga

Beitragvon Richard » 17. März 2008 19:13

Der Beschluss des G-BA von Ende Februar macht ihnen Sorgen. Er könnte das Aus für ihre Lebensqualität, erreichbar durch kurzwirksames Analoginsulin, bedeuten!

Etwa 80 Kinder, die zusammen mit Ihren Eltern und anderen Personen mit Typ-1-Diabetes ca. 200 Teilnehmer ergaben, waren aus verschiedenen Regionen des Landes zusammen gekommen. Unterstützt von Ärzten/innen, Krankenschwestern und Pflegern, sowie Diabetesberatern/innen waren Vertreter vieler Selbsthilfeorganisationen angeführt von der BFJD - Bundesweite Fördergemeinschaft Junger Diabetiker e. V. auf dem Weg zum Bundesministerium für Gesundheit. Stellvertretend für etwa 25 000 Kinder mit Diabetes mellitus Typ 1 bzw. insgesamt ca. 200 000 Personen mit dieser Erkrankung in Deutschland.

Die Menschen mit Diabetes Typ 1 und besonders die Eltern für ihre Kinder und Jugendlichen mit dieser Stoffwechselerkrankung müssen dichter zusammen rücken. Sie haben deutlich gemacht, dass sie das können! Auch unter denkbar widrigsten Umständen, bei stürmischem Wetter, nasskaltem Regen und Streik der öffentlichen Verkehrsmittel in Berlin, haben sie ausgeharrt und Präsenz gezeigt.

Eifrig verteilten die Kinder an Passanten Äpfel versehen mit Wartemarken. Auf diese Weise verdeutlichten sie, dass sie ohne Analoginsulin wieder 30 Minuten warten müssten, bevor sie den Apfel essen dürften. Mit dem kostengünstigeren Normalinsulin muss der Mensch mit Diabetes Typ 1 nämlich einen sogenannten Spritz-Ess-Abstand einhalten und zudem seine Mahlzeit in zwei Etappen zu sich nehmen. Um beim Apfel-Beispiel zu bleiben hieße das: Das Kind hat Appetit – es entscheidet sich dafür, einen Apfel zu essen – es spritzt das Normalinsulin, das für seine Apfelmahlzeit notwendig ist – nach etwa 30 Minuten darf und muss es endlich den halben Apfel essen – nach etwa weiteren 90 Minuten muss es auch die andere Hälfte verzehren. Ist das Kindgerecht? Ist das Lebensqualität, die nicht messbar ist und daher ohne Berücksichtigung bleibt? Das in Frage gestellte kurzwirksame Analogon kann hingegen direkt zur oder sogar nach der Mahlzeit gespritzt werden. Es wirkt fast sofort und benötigt keine weitere Nahrungsaufnahme in festgesetztem
Abstand zur Injektion.
Demo in Berlin

Der Beschluss des G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss) beinhaltet, dass die Verordnungsfähigkeit von kurzwirksamen Analoginsulinen nur noch in begründeten Ausnahmefällen gegeben sein wird. Bei der zugrundeliegenden Kosten-Nutzenanalyse wurde unter vollständiger Missachtung des Aspektes der Lebensqualität eine Ersparnis X für die Solidargemeinschaft der Krankenversicherten errechnet. Genau ausrechnen kann das allerdings wohl niemand. Denn bei einem Kind mit seinem doch eher geringen Insulinbedarf kann der Unterschied bei gerade mal 1 Cent pro Tag liegen.

Dieses, sowie die Erkenntnis, dass Deutschland mit dem Inkrafttreten des Beschlusses zur Nicht-Verordnungsfähigkeit von kurzwirksamen Analoginsulinen für Menschen mit Typ 1 Diabetes ganz weit hinter den Standard unserer europäischen Nachbarländer zurückfallen würde, wurde zeitgleich auf einer Pressekonferenz der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) dargelegt. Die Kinder begleiteten diese Konferenz vor dem Bundespresseamt mit ihren gebastelten Plakaten, Trillerpfeifen, Tröten und Trommeln. Dann führte der Weg die Kinder zum Bundesgesundheitsministerium, dem Gremium das nun noch als einziges den Beschluss rückgängig machen kann. Dort gab es ein Gespräch mit Herrn Klaus Vater, dem Pressesprecher des Bundesministeriums für Gesundheit. Er zitierte die Pressemitteilung von Frau Gesundheitsministerin Ulla Schmidt vom Vortag. Zudem versprach er das Anliegen der Kinder mit Diabetes Typ 1 in aller Deutlichkeit an Frau Schmidt weiter zu reichen.

Zum Abschluss gesellte sich Herr Prof. Thomas Danne, der Leiter der DDG-Pressekonferenz zu den Demonstrierenden. Er bewertete die Aktion als durchweg positiv. Er meinte, dass der Politik gezeigt wurde, dass Eltern für ihre Kinder mit Diabetes nicht nur reden, sondern auch wirklich aktiv werden Die Kinder und sie lassen nicht alles mit sich machen.

Keiner wird sich nun beruhigt zurücklehnen können. Weitere Aktionen könnten notwendig werden. Bei Bedarf sind die Kinder wieder auf der Straße!

Quelle: Pressemitteilung der BFJD vom 16.3.2008
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