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Krebsrisiko bei Lantus

Hier geht es um Neuigkeiten aus der Forschung und die Vorstellung neuer Geräte.

Krebsrisiko bei Lantus

Beitragvon Richard » 27. Juni 2009 10:48

Die (Schlamm) - Schlacht geht weiter. Nun hat das IQWiG herausgefunden das Lantus (Insulin Glargin) die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken erhöht.

Dabei stützen sie sich auf die Auswertung von Krankenakten.

Zum Artikel: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 04,00.html

Was mich dabei interessieren würde:
  • Ist es ein spezieller Krebs oder wird dort nur unterschieden ob er Krebs bekommt.
  • Was heißt 20% höher? Wenn bei 10.000 Patienten mit Humaninsulin 10 an Krebs erkranken sind es dann 12 Patienten ... warum geben die keine absoluten Zahlen?
  • Warum steht da kein Wort von den Rabatt-Verträgen die die Kosten der Insulin mittlerweile auf Humaninsulin-Niveau senkt
  • Warum steht dort nichts das wir zu den Schlusslichtern in der Analogaversorgung in Europa gehören?
Für mich ist das mal wieder ein versuch die Ängste zu schüren ohne sachliche Argumente.
Zuletzt geändert von Richard am 30. Juni 2009 22:50, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Abgetrennt vom Topic mit kurzwikrsamen Analoga
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Lithium » 27. Juni 2009 11:10

Richard hat geschrieben:Die (Schlamm) - Schlacht geht weiter. Nun hat das IQWiG herausgefunden das Lantus (Insulin Glargin) die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken erhöht.

Dabei stützen sie sich auf die Auswertung von Krankenakten.

Zum Artikel: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 04,00.html

Was mich dabei interessieren würde:
  • Ist es ein spezieller Krebs oder wird dort nur unterschieden ob er Krebs bekommt.
  • Was heißt 20% höher? Wenn bei 10.000 Patienten mit Humaninsulin 10 an Krebs erkranken sind es dann 12 Patienten ... warum geben die keine absoluten Zahlen?
  • Warum steht da kein Wort von den Rabatt-Verträgen die die Kosten der Insulin mittlerweile auf Humaninsulin-Niveau senkt
  • Warum steht dort nichts das wir zu den Schlusslichtern in der Analogaversorgung in Europa gehören?
Für mich ist das mal wieder ein versuch die Ängste zu schüren ohne sachliche Argumente.


Ich würde das nicht einfach so unter den Teppich kehren. Auch wenn's vom IQWIG kommt. ;)
Schon bevor Lantus überhaupt zugelassen wurde, gab es im Tierversuch Indizien auf eine Krebserregende Wirkung. Der Professor, der in Deutschland (ich glaube in Köln, Essen oder so?) daran geforscht hat, ist aber leider verstorben. So würde darüber nicht weiter nachgeforscht und Lantus hatte keinerlei Probleme, die Zulassung zu bekommen.
Fakt ist dass Insulin ein Wachstumshormon ist und alles was das Wachstum oder die Zellteilung fördert, ist potentiell krebserregend! Und ich könnte mir auch gut vorstellen, dass diese Wirkung bei einem Langzeitanalogon anders ist als bei einem Kurzzeitinsulin.
Also, ich denke man sollte das vielleicht nicht per se für Quatsch erklären, aber: viel interessanter ist, wie diese Studienergebnisse zustande kommen!
WIe Richard sagte: absolute Zahlen müssen her.
Und eine Erklärung, WIE genau dieses Insulin krebsauslösend wirken soll.
Dann ist auch nicht geklärt, ob die Studie frei von Störgrößen ist! Wenn die Lantus-Gruppe z.B. auch nur geringfügig älter im Durchschnitt ist, ist ja klar, warum dort mehr Krebs auftritt.

Merkwürdig finde ich aber auch, dass da gleich sofort wieder an der Kostenschraube gedreht werden soll! Sollte man die Ergebnisse nicht vielleicht erst mal mit weiteren Untersuchungen belegen anstatt vorschnelle Konsequenzen zu ziehen?
Zuletzt geändert von Lithium am 27. Juni 2009 11:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Richard » 27. Juni 2009 11:28

Lithium hat geschrieben:Wie Richard sagte: absolute Zahlen müssen her.
Und eine Erklärung, WIE genau dieses Insulin krebsauslösend wirken soll.
Dann ist auch nicht geklärt, ob die Studie frei von Störgrößen ist! Wenn die Lantus-Gruppe z.B. auch nur geringfügig älter im Durchschnitt ist, ist ja klar, warum dort mehr Krebs auftritt.

Merkwürdig finde ich aber auch, dass da gleich sofort wieder an der Kostenschraube gedreht werden soll! Sollte man die Ergebnisse nicht vielleicht erst mal mit weiteren Untersuchungen belegen anstatt vorschnelle Konsequenzen zu ziehen?

Ich will es nicht verharmlosen nur versachlichen!
Bei einer Untersuchung von Patientenakten wird es immer eine höhere Zahl von Erkrankungen geben. Den letztendlich gehen nur die zum Arzt gehen, die krank sind oder einen Verdacht haben.

Daher geht nicht über absolute Zahlen und klare Fakten.

Weil derzeit steht es so dort im Artikel das es ein Krebs an der großen Zehe sein könnte oder an den Haarwurzeln, ich könnte mir da schon eher vorstellen das es ein spezifischer Krebs ist.

Ja die Kostenschraube ist doch der ideale Aufhänger.
Nach dem Motto "Alkohol ist schädlich - macht ihn billiger!" :mrgreen:
Zuletzt geändert von Richard am 27. Juni 2009 11:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Lithium » 27. Juni 2009 11:31

Außerdem finde ich, es ist eine Kosten/Nutzen-Abwägung.
Wenn jemand mit Analoginsulin besser eingestellt ist (und darum sind sicher die Patienten, die Analog bekommen, auf Analog eingestellt und nicht auf Humaninsulin) werden damit (teure) Folgeschäden verhindert.
Die Frage ist, was dem Patienten (und dem Gesundheitssystem auf lange Sicht, da gesunder Patient = geringe Kosten) eher zugute kommt: Nach kurzer Diabetesdauer schon Folgeschäden zu bekommen oder ein gering höheres Krebsrisiko.

Aber ob Krebs oder nicht, hängt von tausenden Faktoren ab, die wir nicht kennen. Die Folgeschäden und wie man sie verhindert, wissen wir dagegen sehr genau!
Also sollte man vllt. lieber aufhören bei Mc Donalds zu essen anstatt das Analoginsulin zu streichen...
Zuletzt geändert von Lithium am 27. Juni 2009 11:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Jan » 27. Juni 2009 11:34

Man muss ja auch abwägen.

Zum einen finde ich die Formulierung "verschreibungswut" einfach unsachlich und falsch, ich denke es zweifelt keiner ernsthaft die Zuwachs an Lebensqualität an.

Darüber hinaus kommen viele mit dem Normalinsulin (gerade bei Langzeitinsulinen) nicht zurecht. Und dann muss man sich überlegen was wohl schlechter ist, langfristig das Krebsrisiko zu erhöhen oder mittelfristig Folgeschäden zu bekommen.
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon paule » 27. Juni 2009 11:56

Also sagen wir mal so, es ist fast alles Krebserregend wenn man eine entsprechende Studie macht. Und so muss ich sagen das es sicher genug im Handel gibt das BEDEUTEND krebserregender ist als Analoginsulin!
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Richard » 29. Juni 2009 21:18

Pressemitteiliung Sanofi-Aventis:
IQWiG verunsichert Patienten in unvertretbarer Weise

Sanofi-Aventis weist die Unterstellungen des Instituts für Wirtschaftlichkeit und Qualität im Gesundheitswesen (IQWIG) im Zusammenhang mit den Veröffentlichungen zur Sicherheit von Lantus (Insulin Glargin) in der Zeitschrift Diabetologia von gestern entschieden zurück.

Die internationalen klinischen Studien und Therapieleitlinien bestätigen die Überlegenheit von Insulin Glargin im Vergleich zu Humaninsulin. Unterzuckerungen, die häufigste Nebenwirkung der Insulintherapie, treten bei Insulin Glargin deutlich seltener auf, wie auch in der zusammenfassenden Bewertung des Editors eingeräumt wird. Große klinische Studien (ACCORD, VADT) haben gezeigt, dass mit schweren Unterzuckerungen eine erhöhte Sterblichkeit einhergeht.

Darüber hinaus hat die Fachzeitschrift Diabetologia im Juni 2009 die Ergebnisse einer 5-Jahres Sicherheitsstudie zu Insulin Glargin publiziert, in der gezeigt wurde, dass unter Insulin Glargin über 5 Jahre die Zahl der bösartigen Veränderungen von Zellgewebe geringer war als unter Human­insulin.

Im Gegensatz zu den in Diabetologia publizierten Registerstudien wurden diese Ergebnisse mit dem methodischen Goldstandard, einer randomisierten klinischen Studie, erhoben. Sie haben den wissenschaftlich höheren Beweiswert, da die Patientengruppen vergleichbar sind.

Sanofi-Aventis stellt fest, dass sich in der vom IQWiG publizierten Registerstudie in der ärztlichen Beobachtung Unterschiede zu Gunsten von Insulin Glargin gezeigt haben. Erst durch nachträgliche statistische Anpassungen werden diese Unterschiede zwischen Insulin Glargin und Humaninsulin in das Gegenteil verkehrt. Im Artikel werden relevante Unterschiede zwischen den Behandlungs­gruppen dieser pragmatischen Kohortenstudie berichtet. Das IQWiG hat außerdem einen im Hinblick auf Tumorentstehung zu kurzen Beobachtungszeitraum gewählt.

Schwedische Wissenschaftler und die Europäische Fachgesellschaft EASD diskutieren daher, dass die Ergeb­nisse der jetzt publizierten Registerstudien rein zufällig sein können. Die Amerikanische Fachgesell­schaft ADA bestätigt, dass die neuen Daten widersprüchlich und nicht beweiskräftig sind. Die Daten der 5-Jahres Sicherheitsstudie hingegen verschweigt das IQWIG in der wissenschaft­lichen Diskussion, obwohl sie ihm seit Monaten bekannt sind.

Sanofi-Aventis hält es für unvertretbar, dass das IQWiG auf Basis unvollständiger Informationen Patienten und Ärzte verunsichert und verängstigt.

Fragen, die im Zusammenhang mit den Veröffentlichungen auftreten, beantworten wir Patienten, Ärzten und Apothekern unter der Rufnummer 0180 / 22 22 010.


Pressemitteilung Novo Nordisk:
Analoginsuline von Novo Nordisk haben ihre Sicherheit
bewiesen


Am Freitag, den 26. Juni, veröffentlichte Diabetologia, das Journal der European
Association for the Study of Diabetes (EASD, Europäische Vereinigung zur
Erforschung des Diabetes) online Daten aus vier Studien über eine mögliche
Verbindung zwischen dem langwirksamen Insulinanalogon Glargin und Krebs1.
Als Basis für eine solche mögliche Verbindung wird im Begleiteditorial erklärt,
dass bestimmte Insulinanaloga eine chemische Struktur haben, durch die sie mit
höherer Wahrscheinlichkeit an dem IGF-1 Rezeptor anbinden. Von IGF-1
(Insulin-like Growth Factor 1) ist bekannt, dass er in die Förderung von
Tumorwachstum involviert ist.

Novo Nordisk vermarktet drei Insulinanaloga: Insulindetemir (Levemir®) ein
langwirksames Basalinsulinanalogon, Insulinaspart (NovoRapid®), ein
kurzwirksames Insulinanalogon sowie ein Mischanalogon mit biphasischem
Insulinaspart (NovoMix®).
Um unnötige Spekulationen über die Sicherheit der Insulinanaloga von Novo
Nordisk zu vermeiden, betont das Unternehmen folgendes:

• In den letzten 20 Jahren wurden alle Analoginsuline von Novo Nordisk auf
Bindungen am Rezeptor IGF-1 bereits in der Frühphase der Entwicklung
getestet und nur solche Substanzen, die ein ähnliches oder gar ein
günstigeres Bindungsverhalten als Humaninsulin zeigten, wurden in der

• Studien zur Rezeptorbindung haben gezeigt, dass Insulindetemir im
direkten Vergleich mit Humaninsulin eine gleiche oder sogar etwas
geringere Affinität zum IGF-1 Rezeptor aufwies4,5. Insulindetemir
unterscheidet sich hier klar von Insulinglargin, von dem gezeigt werden
konnte, dass seine Affinität zum IGF-1 Rezeptor stärker ist als bei
Humaninsulin.

• Alle auf dem Markt angebotenen Analoginsuline von Novo Nordisk wurden
in zahlreichen randomisierten, kontrollierten Studien und in
Beobachtungsstudien untersucht und werden darüber hinaus ständig auf
sicherheitsrelevante Hinweise im Rahmen der Arzneimittelsicherheit
konsequent beobachtet. Novo Nordisk hat dabei keinerlei Hinweise auf
Krebs feststellen können.
Weiterentwicklung berücksichtigt.

• Studien zur IGF-1-Rezeptorbindung und Zellwachstum zeigten, dass
Insulinaspart sowohl als in der schnell wirksamen, wie auch in der
Mischform in-vitro ein Sicherheitsprofil aufweisen, das identisch mit dem
von Humaninsulin ist.

• Novo Nordisk hat in den letzten 20 Jahren Analoginsuline entdeckt und
entwickelt, um die Behandlung für Menschen mit Diabetes zu verbessern.
Umfangreiche klinische Untersuchungen erbrachten den Beweis, dass
Insulindetemir sowie Insulinaspart in beiden Formen im Vergleich zu
Humaninsulin klinische Verbesserungen für viele Menschen mit Diabetes
bedeutet.

Mads Krogsgaard Thomson, als Vorstandsmitglied verantwortlich für
Wissenschaft und Forschung, sagt: „Aufgrund unseres streng wissenschaftlich
orientierten Ansatzes sichere und verbesserte Analoginsuline zu entdecken und
zu entwickeln, und gemeinsam mit dem Führen unserer umfangreichen Insulin-
Sicherheitsdatenbank, sind wir fest davon überzeugt, dass unsere Analoginsuline
im Vergleich zu Humaninsulin eine Verbesserung der Therapieergebnisse für
Menschen mit Diabetes bedeuten.“
[...]
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Richard » 29. Juni 2009 21:29

Noch ein sehr schöner Bericht in der Ärztezeitung:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/kra ... sid=555276
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Richard » 30. Juni 2009 21:47

Nun folgt die Programmbeschwerde von Sanofi-Aventis:
http://www.sanofi-aventis.de/live/de/me ... 9C6C9A.pdf

MDR Exakt:
http://www.mdr.de/exakt/6485558.html
http://www.mdr.de/exakt/6485522.html

Stellungnahme von DDG und DiabetesDE:
http://www.deutsche-diabetes-gesellscha ... i_2009.php

DiabetesDE hat geschrieben:Ebenso lassen sich keine Rückschlüsse auf die Behandlung mit anderen Analoginsulinen (Detemir (Levemir®), Lispro (Humalog®), Aspart (Novorapid®) und Glulisin (Apidra®) aus diesen Studien begründen.

Ich denke das sollte an dieser Stelle einmal deutlich gesagt werden.
Zuletzt geändert von Richard am 30. Juni 2009 21:47, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon paule » 30. Juni 2009 21:52

Sieht man mal wieder wieviel Wellen eine falsch interpretierte Studie (von den Reportern des NDR) schlagen kann....
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Re: Kurzwirksame Insulinanaloga bei Diabetes Typ 1

Beitragvon Richard » 30. Juni 2009 22:18

paulest hat geschrieben:Sieht man mal wieder wieviel Wellen eine falsch interpretierte Studie (von den Reportern des NDR) schlagen kann....

des RBB's der NDR war nur für die Tagesthemen verantwortlich ;)
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Re: Krebsrisiko bei Lantus

Beitragvon paule » 1. Juli 2009 14:36

Ok na dann des RBBs :!:
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Re: Krebsrisiko bei Lantus

Beitragvon Dori » 1. Juli 2009 15:46

Ich finde es einfach unmöglich, dass da jetzt so ein Wirbel in den Medien drum gemacht wird. Bei unserem Lokal-Anzeiger online habe ich auch einen Artikel dazu gefunden. Jetzt bekommen alle, die sich damit nicht genauer auseinander setzten, Panik...
Und was da jetzt wirklich dran ist weiß man ja auch nicht sicher.
Ich traue den Studien von IQWiG gar nicht mehr! Da kann jeder denken wir er will, aber meiner Meinung nach sind ihre Studien nicht gerade qualifiziert... man hat das Gefühl, dass sie sich die passenden Unterlagen zurecht suchen.
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Re: Krebsrisiko bei Lantus

Beitragvon paule » 1. Juli 2009 18:51

Ich muss schon sagen das ich die IQWiG-Studie ganz in Ordnung finde schon allein wegen der Aussage. Denn die wissen schon warum sie sagen das sie keine Aussage machen können ob Krebserregend oder nicht. Die Anzahl der Leute ist einfach viel zu klein.
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Re: Krebsrisiko bei Lantus

Beitragvon Dori » 1. Juli 2009 21:16

paulest hat geschrieben:Ich muss schon sagen das ich die IQWiG-Studie ganz in Ordnung finde schon allein wegen der Aussage. Denn die wissen schon warum sie sagen das sie keine Aussage machen können ob Krebserregend oder nicht. Die Anzahl der Leute ist einfach viel zu klein.

Ok, dass sie keine Aussagen machen können, aber dann wird erstmal der ganze Staub aufgewirbelt um zu sagen, dass sie nichts sagen können... verstehst du, was ich meine?

Und die ganzen Aussagen zu den Analoga vor einiger Zeit... seit dem hab ich eine Abneigung.
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Re: Krebsrisiko bei Lantus

Beitragvon Dori » 1. Juli 2009 22:11

http://www.zeit.de/2009/28/M-Insulin?page=1
Das ist ein Artikel aus der Zeit.
Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) rückten für das Iqwig Behandlungsdetails von 127031 Typ-II-Diabetikern heraus, die jeweils eine von vier verschiedenen Insulin-Varianten benutzt hatten.

... ich finde, dass spricht dann schon eher für das Krebsrisiko, weil die meisten der Patienten eher älter sind.
Aber später im Artikel gehen sie auch auf Typ I ein.
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Re: Krebsrisiko bei Lantus

Beitragvon Richard » 1. Juli 2009 22:19

Dori hat geschrieben:Aber später im Artikel gehen sie auch auf Typ I ein.

Das is ja das Problem es werden 2-3 einzel Themen vermischt, der normal Informierte bastelt sich dann folgendes: Insulin -> Analoga -> Teuer -> Krebs

Das IQWiG hat schon eine zurückhaltende schriftliche Stellungnahme veröffentlicht, nur das was Sawicki in den Interviews gesagt hat war da schon deutlicher ...
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Re: Krebsrisiko bei Lantus

Beitragvon jubo5 » 3. Juli 2009 22:35

habe am Samstagabend auch noch auf dem Ersten dies gesehen:
http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tt1446.html
Auch mit diabetes kann man Leben :peace:
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Re: Krebsrisiko bei Lantus

Beitragvon Richard » 4. Juli 2009 00:26

jubo5 hat geschrieben:habe am Samstagabend auch noch auf dem Ersten dies gesehen:
http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tt1446.html

Das war der Auslöser, bzw. das mediale Highlight.
Erst danach haben die anderen Agenturen die Meldung gebracht.
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Re: Krebsrisiko bei Lantus

Beitragvon Dennis » 7. August 2009 12:32

Hi,
ich habe Lantus vor Jahren bekommen und musste dafür damals eine Verzichtserklärung unterschreiben....heute könnt ich mir dafür in den allerwertesten treten. Fände es allerdings schön wenn ich von der Pharmaindustrie auch ein gewisses Maß an Aufklärungswillen verspüren könnte. Dies ist bislang leider nicht der Fall und es erscheint eher als Verschleiherung statt Aufklärung und Schaffung von mehr transparenz. Ob Lantus nun ein Produkt ist mit dessen Hilfe die Firma ihren Hauptumsatz macht darf dabei keine Rolle spielen.....was jedoch wieder einmal anders erscheint. Ich würde wahrscheinlich allein schon aus dem Zweifel heraus über ein anderes INsulin nachdenken, zumal Lantus ja ohnehin nicht wie angepriesen wird 24 Stunden wirkt. Bei mir war nach 21 Stunden Schicht im Schacht.....
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Re: Krebsrisiko bei Lantus

Beitragvon Richard » 7. August 2009 12:52

Der Hersteller hat schon einiges unternommen zur Aufklärung:
http://www.lantus.info/
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Re: Krebsrisiko bei Lantus

Beitragvon paule » 7. August 2009 12:53

Also ich musste niemals eine Verzichtserklärung für mein Lantus unterschreiben und ich denke das das Individuell ist wei lange das Insulin wirkt, bei mir klappts jedenfalls, zumindest solange ich keine Pumpe hab :D
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Re: Krebsrisiko bei Lantus

Beitragvon Dennis » 7. August 2009 16:10

Naja, unter Aufklärung verstehe ich da doch etwas anderes. Das ist eine Herstellerseite und demnach wie zu erwarten war keinerlei kritische Stellungnahmen...auch von unabhängigen Instituten und Sachverständigen meine ich.
paule hat geschrieben:Also ich musste niemals eine Verzichtserklärung für mein Lantus unterschreiben und ich denke das das Individuell ist wei lange das Insulin wirkt, bei mir klappts jedenfalls, zumindest solange ich keine Pumpe hab :D

klar haste damit sicherlich recht, wenn es bei dir klappt freut mich das (; hab aber vielfach gehört das es keine 24 Stunden Wirkzeit hat...
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Re: Krebsrisiko bei Lantus

Beitragvon Jan » 7. August 2009 16:18

Dennis hat geschrieben:Hi,
ich habe Lantus vor Jahren bekommen und musste dafür damals eine Verzichtserklärung unterschreiben....heute könnt ich mir dafür in den allerwertesten treten. Fände es allerdings schön wenn ich von der Pharmaindustrie auch ein gewisses Maß an Aufklärungswillen verspüren könnte. Dies ist bislang leider nicht der Fall und es erscheint eher als Verschleiherung statt Aufklärung und Schaffung von mehr transparenz. Ob Lantus nun ein Produkt ist mit dessen Hilfe die Firma ihren Hauptumsatz macht darf dabei keine Rolle spielen.....was jedoch wieder einmal anders erscheint. Ich würde wahrscheinlich allein schon aus dem Zweifel heraus über ein anderes INsulin nachdenken, zumal Lantus ja ohnehin nicht wie angepriesen wird 24 Stunden wirkt. Bei mir war nach 21 Stunden Schicht im Schacht.....


Wenn Du rechtlich gegen den Hersteller vorgehen willst solltest Du prüfen lassen ob die Verzichtserklärung wirklich wirksam ist.
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Re: Krebsrisiko bei Lantus

Beitragvon Richard » 7. August 2009 16:50

Dennis hat geschrieben:Naja, unter Aufklärung verstehe ich da doch etwas anderes. Das ist eine Herstellerseite und demnach wie zu erwarten war keinerlei kritische Stellungnahmen...auch von unabhängigen Instituten und Sachverständigen meine ich.

Ich fand das schon recht aufschlussreich ... den das spiegelt dort den wissenschaftlichen Part wieder ohne das Medien-BlaBla.

Ist halt recht nüchtern ... so sollte man es auch betrachten.
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